Die Geologie im Naturpark Thüringer Wald

Der Thüringer Wald ist ein Kammgebirge, der durch den Rennsteig als Rückrat deutlich markiert ist. Er ist die Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von Elbe (Gera, Ilm, Saale), Weser (Werra) und Main (Itz, Rodach). Senkrecht dazu zweigen Querkämme ab zwischen denen sich tief eingeschnittene Täler nach den Vorländern öffnen. Die Höhenunterschiede besonders im mittleren Thüringer Wald sind beträchtlich. Beispielsweise wird das Tal des Schneetiegels vom weniger als zwei Kilometer entfernten Schneekopf um 600 Meter überragt. Diese Gegensätze machen den landschaftlichen Reiz des Gebirges aus.

Mischwald im Thüringer Wald
Mischwald im Thüringer Wald
Der Staffelbruch im Oberrotliegenden des Georgentals
Der Staffelbruch im Oberrotliegenden des Georgentals

Die höchsten Erhebungen bilden der Große Inselsberg, der Große Beerberg, der Schneekopf, der Große Finsterberg, der Ruppberg und der Kickelhahn. Diese werden vor allem von Porphyren und Porphyriten gebildet, die der Abtragung, insbesondere im Pleistozän, größeren Widerstand entgegengesetzt haben als die benachbarten Gesteine.
Höhen aus Glimmerschiefer im Bereich des Ruhlaer Sattels bilden flache Aufwölbungen sogenannte Köpfe und flachgerundete Rücken. Porphyre sind oftmals zu Felstürmen oder Blockgipfeln geformt worden, die auch als Steine bezeichnet werden wie z.B. der Meisenstein, das Steinerne Amt, der Aschenbergstein oder die Weißlebersteine.


Deutlich wird der Widerstand der Gesteine z. B. in der Gegend von Suhl und Zella-Mehlis, wo der Granit leicht zerstörbar ist und deshalb ausgeräumt wurde. Er bildet einen großen Ausräumungskessel, der im Norden markant vom Beerberg-Massiv aus Porphyren überragt wird.

Blick auf den Inselsberg
Blick auf den Inselsberg
Die Luisengrotte
Die Luisengrotte

Ähnlich verhält es sich mit der Tambacher Mulde und dem Gebiet nordwestlich von Stützerbach. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Talformen und Gesteinen. Schuttablagerungen am Nordosthang des Großen Beerberges, im Tal des Schneetiegels und in einigen anderen Tälern auf der Nordflanke des mittleren Thüringer Waldes geben Anlaß zur Diskussion einer pleistozänen Vergletscherung des Thüringer Waldes.

Eindeutige Beweise konnten jedoch nicht gefunden werden. Der Große Beerberg hat wahrscheinlich nur eine kleine Eiskappe getragen. Die gerundeten Formen des Falkensteins bei Tambach-Dietharz sind eine dem Porphyr eigene Verwitterungsform, ohne das eine Abschleifung durch Gletschereis zu einem Rundbuckel vorliegt. Der Thüringer Wald hatte offensichtlich im Pleistozän keine größere Höhe als heute und hat daher die Schneegrenze kaum überragt.

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