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ThüringenForst erweitert Lebensraum für seltenes Auerwild

Das größte Waldhuhn im Freistaat ist inzwischen in fünf Forstämtern heimisch. 

ThüringenForst-Vorstand Jörn Ripken entlässt ein Auerhuhn in die Freiheit (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Insgesamt 28 Auerhühner werden durch ThüringenForst-Beschäftigte in dieser und der nächsten Woche im Bereich der Forstämter Neuhaus, Sonneberg und Gehren der Natur übergeben. Alle Tiere stammen aus der Thüringen-Forst-eigenen Aufzuchtstation bei Rudolstadt. Forstministerin Birgit Keller erklärte im Vorfeld der Artenschutzmaßnahme: „Mit der Auswilderung von Auerhüh-nern nimmt Thüringen seine Verpflichtung zum Schutz seltener, vom Aussterben bedrohter Arten der Roten Liste, vorbildlich wahr. Besonders lobenswert ist auch die sehr gute Zusammenarbeit von ThüringenForst mit der Naturschutzverwal-tung sowie -verbänden, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, dem Landes-jagdverband sowie mit den privaten und kommunalen Waldbesitzern zur erfolg-reichen Umsetzung dieses Naturschutzprojektes im Wald“. Noch in den 1970er Jahren wurden über 300 Tiere im Thüringer Schiefergebirge gezählt. 2010 stand das Auerhuhn im Freistaat vor dem Aussterben. Ursächlich waren Lebensraum-verluste, Schadstoffeinträge und überhöhte Wildbestände, insbesondere bei Schwarzwild, Füchsen und Waschbären.

Das Auerhuhn gilt als Naturschutz-Leitart lichter Wälder. Wo das Auerhuhn ge-eignete Lebensraumbedingungen vorfindet, sind auch bald weitere schützens-werte Arten wie der Ziegenmelker, die Kreuzotter oder Sperlings- bzw. Raufuß-kauz zu beobachten. Das macht das größte heimische Waldhuhn für Förster und Waldökologen noch interessanter. Denn die forstlichen Maßnahmen zur Lebens-raumgestaltung, die insbesondere die Herstellung lichterer Waldstrukturen oder die Förderung alter starkastiger Kiefern und Lärchen umfassen, schaffen ein aus-gesprochen vielfältig nutzbares Biotop mit vielen ökologischen Nischen. Im Mai 2019 wurden im Bereich des Forstamtes Gehren vier zuvor in Schweden gefangene Auerhühner ausgewildert. „Nicht nur, dass Wildfänge die besseren Überlebenschancen gegenüber den Zuchttieren haben, gleichzeitig wird damit eine genetische Bestandsauffrischung verfolgt“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.
Seit 2012 hat ThüringenForst in fünf Forstämtern des Ostthüringer Schiefergebirges rund 45.000 Hektar Fläche in der forstlichen Bewirtschaftung auf das Auerhuhn abgestimmt. Dort werden, neben den Aus-wilderungen, auch Fressfeinde verstärkt bejagt wie auch die Wilddichten gesenkt. Derzeit gehen Exper-ten von einem geschätzten Bestand von inzwischen bis zu 40 Tieren aus. Damit ist die Zielgröße von 100 Tieren in 2022 in greifbare Nähe gelangt.

Text und Bild: ThüringenForst/ Dr. Horst Sproßmann

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