Flora & Fauna im Naturpark Thüringer Wald
Im Gegensatz zur botanisch reichen Landschaft Thüringens bietet das Rennsteiggebiet eher weniger variable Vegetation. Die Siedlungsdichte geht zurück, der Anteil der Wälder und Forsten nimmt zu und eine typische Mittelgebirgsvegetation zeigt sich dem Betrachter.
Der Thüringer Wald stellt sich mit einer geschlossenen Waldbedeckung mit kleinflächigen Unterbrechungen von Bergwiesen und Siedlungsräumen dar. Der nordwestliche Anfangspunkt des Rennsteiges zwischen Hörschel (196 m ü. NN) bis etwa zur Hohen Sonne (434 m ü. NN) bei Eisenach ist ein Gebiet armer Eichen-Buchen-Wälder. Heute finden sich hier stellenweise Fichten-, meist aber Kiefernforste. Auf den Ackerfluren wachsen Stechender Hohlzahn und Kornblume.

- Gemeiner Löwenzahn

- Buchenwald
Auf den Fettwiesen der Bach- und Flußauen herrschen Wiesenstorchschnabel und Gemeiner Löwenzahn vor. Etwa 29 km zieht sich im Anschluß an die Hohe Sonne die Zone des Laubwaldgebietes, in dem die Buche vorherrscht, bis zur Ebertswiese (710-790 m ü. NN). Bezeichnend hier, ist der Berg- und Hirschholunder, der Waldschwingel und die Schmalblättrige Hainsimse sowie Edellaubholzwälder mit Bergahorn, Bergulme und Gemeiner Esche.
Die dritte Zone, beginnend an der Ebertswiese bis zu den Lagen unter 700 m ü. NN beinhaltet die längste Strecke - das Fichten-Tannen-Buchen-Gebiet. Die Fichte, erst in der rauhen Kammlage von Natur aus waldbildend, ist heute bis in die niedrigsten Lagen, aufgrund von künstlicher Fichtenanpflanzung zu finden. Buchen-, Weiß- oder Edeltannenwälder sind eine Seltenheit. Die natürliche Baumgrenze wird auch auf den höchsten Lagen, z. B. Oberhof - Beerberg (980 m ü. NN) nicht erreicht. Der Bodenbewuchs in Fichtenwäldern wird geprägt durch Waldsauerklee, Wolliges Reitgras, Drahtschmiele und Heidekraut.

- Waldstück mit Fichten-, Buchenwald

- Arnika in der Wiese

- Kleiner Fuchs-Falter auf Sommerwiese

- Wildschwein
Aufgrund der geologischen Entwicklung findet man auf den Kammlagen des Rennsteiges Hochmoore (Regenmoore) mit typischen Pflanzenvertretern, z. B. das Scheidige Wollgras, die Moosbeere und der Rundblättrige Sonnentau.
Die Bergwiesen werden meist von Borstgras, Arnika und Bärwurz charakterisiert, auf Talwiesen finden wir eine Kräuterwiesenvegetation wie z. B. Wiesenknöterich, Waldstorchschnabel und Trollblume. In den montanen Quell- und Hochstaudenfluren sind die Quellsternmiere, der Gebirgssauerampfer und der Bergfarn beachtenswert. Unter den Insekten sind die auffälligsten Vertreter im Thüringer Wald die Schmetterlinge (Kleiner Fuchs, Perlmuttfalter und Kaisermantel).
Die Rote Waldameise baut bis zu zwei Meter hohe Nester und ist ein typischer Bewohner des Thüringer Waldes. Der Fischreichtum begrenzt sich auf einige angepaßte Arten in reißenden Bächen, Teichen und Talsperren. Vertreter der Gruppe Lurche und Kriechtiere sind u. a. der schwarzgelbe Feuersalamander, die Erdkröte, die Waldeidechse, die Blindschleiche und seltener die Kreuzotter. Vögel sind ständige Begleiter auf Rennsteigwanderungen in großer Vielzahl (Wiesen- und Baumpieper, seltener das Birk- und Auerhuhn, der Buntspecht, der Eichelhäher sowie der Mäusebussard).
Unter den Nagern ist das dunkelbraune oder rote Eichhörnchen am häufigsten zu beobachten. Verschiedene Mausarten wie die Wald-, Zwerg- und Wasserspitzmaus, Fledermäuse (Mausohr) sind ebenfalls im Thüringer Wald zu Hause. Von den großen Wildarten sind das Rot-, Reh- und Damwild sowie das Schwarzwild anzutreffen. Das Wildkaninchen ist vorwiegend im Vorland vertreten. Häufige Raubtiere sind der Fuchs, der Dachs, der Stein- und Edelmarder und die seltene Wildkatze.
Übersicht der Naturschutzgebiete
| NSG | Name | Fläche |
|---|---|---|
| 29 | Wartburg Hohe Sonne | 595 ha |
| 33 | Vordere Schwarzbachwiese | 8 ha |
| 34 | Wiesen südöstlich Fischbach | 14 ha |
| 37 | Kleiner Wagenberg | 28 ha |
| 38 | Großer Inselsberg | 149 ha |
| 41 | Saukopfmoor | 31 ha |
| 75 | Herbsleber Teiche | |
| 98 | Hohe Klinge Dorngehege | 90 ha |
| 99 | Seimbergswald | 88 ha |
| 100 | Nesselgrundwiese | 5 ha |
| 101 | Große Hirschbalzwiese | 14 ha |
| 102 | Ganswiese | 7 ha |
| 103 | Schützenbergmoor | 5 ha |
| 104 | Oberhofer Schlossberg | 17 ha |
| 106 | Schneekopfmoor am Teufelskreis | 48 ha |
| 107 | Seiffartsburg | 55 ha |
| 109 | Vessertal | 1649 ha |
| 113 | Erbskopf | 21 ha |
| 115 | Marktal und Morast | 420 ha |
| 116 | Wurmbergwiese | 7 ha |
| 118 | Wurzelberg-farmdenkopf | 232 ha |
| 119 | Löschleite | 26 ha |
| 120 | Leierloch | 30 ha |
| 121 | Steinachgrund | 25 ha |
| 122 | Haselbach | 24 ha |
| 124 | Georgshütte | 29 ha |
| 125 | Kleiner Först | 20 ha |
| 132 | Oberlauf der Gabeltäler | 182 ha |
| 139 | Hölltal | 19 ha |
| 140 | Stelzener Berg | 35 ha |
| 142 | Assberg Hasenleite | 580 ha |
| 143 | Wachholderheide bei Waldfisch | |
| 144 | Alte Worth | 86 ha |
| 158 | Greifenstein | 20 ha |
| 159 | Schwarzatal | 600 ha |
| 175 | Meuraer Heide | 375 ha |
| 213 | Brandenburg und Göringer Stein | |
| 242 | Mittlerer Göritzgrund | |
| 243 | Schleifenwiesen – Glashügel | |
| 246 | Hintere Mühlbergswand | 9 ha |
| 251 | Trettautal | |
| 252 | Pfmersgrund | 231 ha |
| 322 | Teufelsloch | |
| 335 | Langer Berg/ Oberes Möhrenbachtal | |
| 336 | Oberlauf der Zahmen Gera | |
| 363 | Steinige Bössel – Schöner Platz | |
| 364 | Wiesenberg Feldstein |
Naturparkbote
Naturparkbote 05/2012
13.5. Rennsteigfest in Masserberg mit Infostand des Naturparks - Sonderangebot zum "starken Trio", Info Landschaftspflegeverband.
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